Einfach Leben

Minimalismus und Wege zum Glück

Archiv für Mai 2010

Die Kunst nicht in der Masse unterzugehen

mit einem Kommentar

Fly Away von Philipp Bauer

Wir sind alle Mitläufer. Du, Ich und selbst die Leute, die behaupten keine zu sein. Irgendwo hat jeder seine Gruppen, zu denen er sich zuzählt oder von denen er sich wünscht ein Teil zu sein. Und es wäre fatal wenn es sie nicht gäbe. Denn diese Gruppen erfüllen einen sehr essentiellen Zweck, und zwar, einander gegenseitig Anerkennung entgegenzubringen, etwas was jeder von uns sucht und was uns selbst bestätigt.

 

 

Welche Arten von Gruppen gibt es?

Die meisten Gruppen, die wir kennen lernen suchen wir uns nicht selbst aus. Von Geburt an wird man immer wieder zugeteilt. Sei es die Familie oder jede andere Gruppe, von der Schulklasse bis zur Abteilung oder Firma in der man arbeitet. Die größte Gruppe ist die Gesellschaft des Landes in dem man lebt.

Jede dieser Gruppen bringt bestimmte Ziele und Wertevorstellung mit sich. Und für Anerkennung der Gruppe versuchen wir diesen zu entsprechen.
Da jeder Mensch seine eigenen Ziele und Werte hat ergeben sich daraus drei Arten von Gruppen.

Je nachdem wie sehr die Gruppe mit unseren Zielen und Werten übereinstimmt, wirkt sie sich unterschiedlich auf uns aus. Die erste Art stimmt mit unseren Zielen und Werten vollständig überein. Die zweite steht im genauen Gegenteil zu unseren Zielen und die dritte ist eine Mischform aus den ersten beiden und vermutlich am häufigsten anzutreffen.

 

Wie wirken sich die unterschiedlichen Gruppen auf uns aus?

Bei der ersten Art von Gruppen erfahren wir schnell Anerkennung dafür, wer wir sind und was wir (für die Gruppe) tun. Dies sind meist die Gruppen, die man sich selbst aussucht, weil von vornherein die eigenen Ziele und Werte mit ihr übereinstimmen.

Die zweite Art wird mit Ablehnung an einen selbst herantreten. Diesen Gruppen wird man meist von Dritten oder durch äußere Umstände zugeteilt. Man hat es jedoch meist leicht sie zu meiden oder sie zu verlassen, bevor sie einem schaden können.

Die dritte Art ist die gefährliche der drei Arten. Man wird ihnen ebenfalls meist von Dritten zugeteilt. In einigen Fällen sucht man sie sich selbst aus. Das geschieht, wenn man noch nicht klar abgrenzen kann, ob sie zur ersten oder zweiten Art von Gruppen gehört, ob sie einem schaden könnte oder nicht.

Diese Art ist gefährlich, da es Individuen oder Gruppen in der Gruppe gibt, die einem auf subtile Weise schaden, andere Gruppenmitglieder gegenseitig bzw. gegen einen aufhetzen oder einen geschickt manipulieren wollen. Sie bedienen sich der Unsicherheit der anderen Gruppenmitglieder, um sie sich zur Nutze zu machen. Sie lassen Gruppenzwang entstehen, der zu Aktionen und Verhalten verleitet, die anscheinend Anerkennung versprechen aber nicht unseren eigenen Zielen und Werten entspricht.

 

Unsere Gesellschaft ist das größte Schlachtfeld

Wie am Anfang schon angemerkt, ist die Gesellschaft in der man lebt ebenfalls eine dieser Gruppen. Sie lässt sich ebenso einer der drei Arten von Gruppen zuordnen. Ich denke dir wird jetzt schon klar sein, dass es sich um die dritte handelt.

In dieser enorm großen Gruppe haben es einige Gruppen und Individuen geschafft, die Massen gezielt für ihre eigenen Ziele und Werte zu manipulieren und nutzen sie systematisch für ihr eigenes Wohl aus. Dieses Verhalten findet man genauso in kleinen Gruppen. Es gibt immer Individuen, die ihre Ziele zu den Zielen der Gruppe machen wollen. Dies muss nicht unbedingt etwas schlechtes sein. Problematisch wird es aber, wenn die restlichen Gruppenmitglieder diesen Zielen, ohne sie für sich selbst zu bewerten, folgen.

Gefährlich wird es wenn einem die Ziele, denen man dann folgt, schaden.

 

Lass andere bestimmen wer du bist und du bist Nichts

Stell dir vor du lehnst dich nicht gegen die auf, die versuchen dich in eine bestimmte Richtung zu drängen. Stell dir vor du gibst auf und lässt dir vorschreiben, was du zu tun, zu kaufen, zu sagen und zu denken hast. Was bleibt dann noch von dir selbst übrig? Nichts!

Wenn du dich einfach treiben lässt wird jemand anfangen dir zu sagen was du tun sollst. Du gibst dich mit weniger zufrieden. Du hörst auf deine Träume zu verfolgen. Du bekommst das schlechte Gefühl in der Magengegend, wenn du jemanden siehst, der seinen Traum erreicht hat und fragst dich was du mit deinem Leben bisher getan hast. Aber dann hat schon jemand anderes dir einen Weg zurechtgelegt, seinen Weg, einer den du nicht gehen wolltest.

Mir selbst ist es auch passiert. Ich habe es erst im Nachhinein erkannt und beginne nun wieder meinen eigenen Weg zu finden. Und du kannst es auch. Es ist definitiv nicht einfach und man muss einen eisernen Willen haben, weil andere versuchen dich davon abzuhalten, deinen eigenen Weg zu gehen. Wenn oft auch mit guten Intentionen. Eins ist jedoch klar, es lohnt sich seinen Weg (wieder) zu finden und zu gehen.

Auch wenn nicht das große Geld lacht, man hat am Ende mehr davon, wenn man zurückblicken kann und etwas getan hat was man gerne tut. Wo die Arbeit zum Kinderspiel wurde, weil man es nicht als Arbeit sieht, sondern etwas was man auch für Lau machen würde. Wo man seinen eigenen Stil gefunden hat, ihn selbstsicher nach außen trägt und am Ende vielleicht sogar einen Trend geschaffen hat. Ein Weg wo man nicht an einen Ort gebunden ist und die Welt entdecken kann, oder mehr Zeit für seine Familie und seine Freunde gefunden hat.

Ein Weg dem es ermöglicht, sein Leben einfach zu leben.

 

Wie man seinen eigenen Weg findet und nicht in der Gruppe untergeht

Das Ziel sollte also sein, das eigene Leben so zu gestalten, dass es zu einem wie maßgeschneidert passt. Wo unser Verhalten und zu unseren Zielen führen und gleichzeitig unseren Werten entsprechen.

In einer Gruppe, die der dritten Art zugehört, können wir uns mit diesen gefestigten und uns bewussten Zielen bzw. Werten leicht behaupten. Es wird schwieriger Unsicherheit auszunutzen und uns zu etwas zu bewegen, was wir nicht selbst wollen. Und wir können schneller erkennen, ob wir uns nicht aus der Gruppe entfernen sollten.

Wie findet man seinen eigenen Weg?

1. Besiege Unsicherheit, indem du an dich glaubst.
Unsicherheit entsteht immer dann, wenn man nicht an sich selbst oder das was man tut glaubt. Oder wenn man nicht leidenschaftlich hinter dem steht was man tut oder denkt. Entdecke deine Leidenschaft für etwas wieder. Verfolge einen lang brach liegenden Traum. Lerne Klavier spielen oder Fotografie oder was du schon immer gerne machen wolltest. Verwende jede Minute freie Zeit auf dieses Ziel. Lass dich nicht von den Medien ablenken, verkaufe deinen Fernseher und fange an deine Träume umzusetzen. So baust du deine Selbstsicherheit aus und lernst einiges über dich selbst. Auch, dass du womöglich alles erreichen kannst was du willst. Mache deine Leidenschaft zum Beruf!

Es gibt noch zahlreiche weitere Möglichkeiten deine Selbstsicherheit zu steigern. Wenn irgendjemand sagt, du seist zu dick, zu dünn, zu groß, zu klein, ignoriere sie. Wenn du selbst nicht mit dir zufrieden bist, tue etwas dagegen, geh raus und laufe! Aber mache es für dich und nicht weil jemand dir eingeredet hat, dass du es tun sollst. Ansonsten machst du es nicht aus Leidenschaft und bist schnell demotiviert.

2. Hinterfrage den Status Quo.
Egal wie du versuchst deine Selbstsicherheit zu vergrößern, man wird dir Steine in den Weg legen. Man wird dir sagen, dass du mit deiner Musik kein Geld machen kannst, dass du diese oder jene Dinge nicht beachtet hast und es daran scheitern wird, dass du Erfolg hast. Diejenigen die dir diese vermeintlich guten Ratschläge geben, meinen es mit Sicherheit gut. Aber zu 99,785% spiegeln diese Aussagen die eigene Unsicherheit der Person und den Status Quo wieder, der ihnen von Kindestagen an gelehrt wurde. Der Status Quo mag sicher sein und auch funktionieren. Aber dieser Weg ist nicht gerade spannend. Und ich kann mit davon ausgehen, dass er auch nicht zu dir passt, weil du noch nicht aufgehört hast diesen Artikel zu lesen.

3. Sei mutig und mache gewagte Schritte
Oft sind die Dinge, die gewagt sind, genau die, die am meisten Erfolg versprechen und am meisten Anerkennung bringen. Diese Schritte sind genau die, die sich nur ein Bruchteil der Menschen die dem Status Quo folgen, trauen zu gehen. Auch wenn du scheitern solltest, Fehlschläge bringen dich genauso weiter. Lass dich nicht entmutigen weil du einen Rückschlag erleidest. Versuche es immer wieder. Versage lieber mit 100 Ideen, als es nicht einmal versucht zu haben sie zu verwirklichen.

4. Gewinne andere für dich
Gibt es Unentschlossene in deiner Gruppe, gewinne sie durch absolute Freundlichkeit oder Hilfsbereitschaft und einer entschlossenen Einstellung für dich. Beginne eine eigene Gruppe zu gründen. Je mehr sich dir anschließen, desto schneller kommen auch andere hinzu. Damit kannst du ein starkes Gegengewicht herstellen zu denen, die dir und anderen Schaden zufügen wollen. Versuche auch deine ärgsten Konkurrenten für dich zu gewinnen. (Ich habe nie gesagt, dass es einfach ist.)

5. Ultima Ratio: Ergreife die Flucht
Ist es dir nicht möglich in der Gruppe Fuß zu fassen, deine Position erfolgreich zu verteidigen und andere für dich zu gewinnen, greife zum letzten Mittel, der Flucht. Bevor du selbst vereinnahmt wirst und du aufgibst, wende dieses Mittel an um dich selbst zu schützen. Lasse aber die Flucht nicht ungeplant von statten gehen, du wirst ansonsten trotzdem mit Schaden vom Feld ziehen. Am Ende wirst du wahrscheinlich stärker aus diesem “Kampf um dich selbst” herausgehen.

Wenn du gelernt hast wer du bist und was du willst, erkennst du auch früher, in welche Gruppe du neue Gruppen die dir begegnen einteilen musst.

Höre nie auf für das zu kämpfen was du für dich und dein Leben willst. Es wird am Ende das einzige sein, was von dir bestehen bleibt.

Welche Erfahrungen hast du bisher mit Gruppen gemacht? Glaubst du vielleicht, dass man auch ohne sie leben könnte? Deine Meinung interessiert mich, über einen Kommentar würde ich mich sehr freuen.

 

Geschrieben von Philipp Bauer

10. Mai 2010 um 21:03

Veröffentlicht in Leben

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