Einfach Leben

Minimalismus und Wege zum Glück

Archiv für April 2010

Kaufe weniger, lebe besser! Praktizierter Minimalismus.

mit 4 Kommentaren

Wir fressen aus der Hand der Marketingbranche. Und wir können nicht genug bekommen. Es wird uns verkauft, dass unsere Lebensqualität mit zunehmenden Besitz, Geld oder Macht steigt. Dabei ist es im schlimmsten Fall genau das Gegenteil. Viele Stunden werden dafür verschwendet von etwas zu schwärmen, nach dem günstigsten Angebot zu recherchieren oder die “Reichen und Schönen” zu beneiden. Dabei könnten wir auch einfach anfangen zu leben.

 

Lampen, Vasen, Beistelltische, Regale, Vorhänge, Dekoartikel, Fernseher, Hifi-Anlagen, drei verschiedene Tellersets, 20 Paar Schuhe, 30 T-Shirts, größer, besser, teurer, mehr, mehr, mehr … nach und nach sammelt sich immer mehr Zeug in den Wohnungen. Dann wandert es in den Keller oder man sucht eine größere Wohnung / ein Haus um seine Sammlung an Zeug unterbringen zu können. Der große Siebeneinhalb-Tonner steht vor der Tür weil ein Sprinter nicht mehr reicht.

Wäre das Leben ohne all das Zeug nicht einfacher?

 

Hör auf zu kaufen und fange an zu leben!

Es ist nicht nur einfacher, es bringt ungeahnte Freiheit. Wenn man weniger besitzt bemerkt man, wie die Dinge die wir kaufen uns zurückhalten. Das Geld, dass man nicht mehr ausgibt und das was man durch den Verkauf des unnützen Zeugs bekommt, kann genutzt werden um viel wertvollere Erfahrungen zu sammeln als auf der Couch zu gammeln oder mit dem neuesten Gadget zu spielen.

Ich selbst habe dadurch die Zeit gefunden viele neue Dinge auszuprobieren, da ich mich nicht mehr mit meinem Zeug ablenke. Mein Zimmer ist weitaus gemütlicher geworden, da die vielen Sachen, die sich nach und nach ansammelten, nicht mehr drohen mir auf den Kopf zu fallen. Und vor allem sind meine Gedanken geordneter und kann mich besser auf die wichtigen Dinge des Lebens konzentrieren.

Andere, wie Karol Gajda, reisen durch die Welt, arbeiten ortsungebunden wie Everett Bogue oder ziehen bald mit Frau und sechs Kindern und je nur einem Gepäckstück von Guam nach San Francisco wie Leo Babauta.

Wovon sollte man sich also trennen? Im Prinzip von allem was einen davon abhält zu leben. Von allem was man nur noch hat, “weil man es ja vielleicht nochmal brauchen könnte”, aber doch nie genutzt wird. Von allem was eine Last ist.

 

Befreie dich von den unnützen Dingen

Egal wie weit du damit gehen wirst, hier ist eine der simpelsten Methoden dem Chaos und der Unordung, das um uns herum herrscht, Herr zu werden. Aber auch nur eine von vielen, die man benutzen kann:

1. Schaue dich nach nicht genutzten Dingen um

Was hast du seit einem Jahr nicht mehr benutzt, welche Kleidung nicht getragen, welche Bücher nicht gelesen, welche DVDs nicht geguckt? Wirst du es in den nächsten paar Monaten mit absoluter Sicherheit benutzen? Wenn nicht, packe es in eine Box oder einen Karton. Sei nicht zimperlich, sei knallhart!

2. Verkaufe, verschenke oder spende diese Dinge

Gute Plätze hierfür sind eBay, 2nd-Hand Läden oder (wie bei uns in der Stadt) soziale Projekte. Du kannst die Sachen auch im Internet bei Freecycle verschenken, wenn sich in deinem Bekanntenkreis niemand finden lässt.

3. Wiederhole den Vorgang

Verkürze dabei den Zeitraum (9 Monate, 6 Monate, 3 Monate, je nach Belieben).

Bemerkung bzgl. Erinnerungsstücken: Während du deine Sachen durchgehst, wirst du vermutlich auch auf Erinnerungsstücke stoßen, von denen du dich im ersten Moment nicht trennen wollen wirst. Versuche zu erkennen, dass die Erinnerung, die dahinter steckt wichtiger ist, als das Objekt selbst. Sind es Bilder, digitalisiere sie. Sind es andere Sachen, ziehe in Erwägung sie zu fotografieren und auf deinem Computer zu speichern. Schreibe über Sie oder gib sie in die Hände einer/s Verwandten, der/m sie ebensoviel bedeuten und die darauf Acht geben.

Der Anfang kann schwierig sein, da der Vorgang das Gegenteil von dem ist, was man von der Konsumgesellschaft gelernt hat. Normalerweise verkauft man etwas um danach etwas Neueres, Größeres, Besseres zu kaufen. Nachdem man sich aber daran gewöhnt hat, ist man auch eher versucht die Grenze weiter auszuloten. Irgendwann macht es richtig Spaß weniger zu haben.

 

Alleinige äußere Veränderung verliert ihren Effekt

Der befreiende Effekt des großen Ausmistens kann sich nach einiger Zeit verlieren. Wenn du dich ohne zu reflektieren von deinem Zeug trennst, wirst du irgendwann in einem kahlen Raum aufwachen und auch eine innere Leere sich einstellen. Daher ist eine Veränderung deiner Einstellung zu materiellem Gut ein notwendiger Prozess der parallel stattfinden muss.

Wie Mihaly Csikszentmihaly in seinem Buch “Flow” beschrieb: “[...] wenn jemand sein eigenes Bewußtsein nicht unter Kontrolle hat, kehren die gleichen Bedrohungen oder Wünsche bald zurück und lassen alte Ängste wieder aufleben.”

Für mich sind Dinge Werkzeuge um mich emotional und intellektuell weiterzuentwickeln. Es kommt nicht darauf an, mit welchen Mitteln ich diesen Artikel schreibe, sondern, dass ich ihn schreibe. Sei es auf dem modernsten, neuesten Laptop, auf einer 50 Jahre alten Schreibmaschine oder mit Federkiel in einem Notizbuch. Den einzigen denen es hilft, dass man den neuen Laptop kauft, sind die Computerhersteller. Nicht dem Konsumenten. An einem gewissen Punkt benötige ich natürlich einen Computer um den Artikel im Netz zu veröffentlichen. ;)

Also, wohnst du noch oder lebst du schon?

Geschrieben von Philipp Bauer

30. April 2010 um 21:41

Veröffentlicht in Minimalismus

Getaggt mit , ,

Vom Jäger … und warum ich eher Sammler bin

mit 4 Kommentaren

Bild von Ralf Roletschek

In diesem Artikel nehme ich dazu Stellung, warum ich (so gut wie) aufgehört habe Fleisch zu essen. Ich denke, ich vertrete eine etwas andere Ansicht als die meisten Vegetarier und würde mich nur in gewissem Rahmen zu ihnen zählen. Dies wird also kein Artikel, der dir ein schlechtes Gewissen machen soll oder dich eines besseren belehren wird, warum Fleisch essen “böse” ist.

Vielmehr ist meine Ansicht ein In-Frage-Stellen des heutigen Konsumverhaltens von tierischen Produkten und beeinflusst von Respekt anderen Lebewesen gegenüber.

 

Der Jäger in mir

Im letzten Jahr bin ich mit einem Freund einige Male angeln gegangen. Falls du es noch nicht ausprobiert hast, es ist spannender als einige Leute annehmen. Was mich zutiefst beeindruckt hat ist die Verbindung die man zum Tier dabei herstellt. Man verbringt (mit Pech) einige Stunden, bis überhaupt etwas anbeißt. Dann kommt der Nervenkitzel, erfolgreich seine Beute an Land zu holen. Und wenn man Angeln nicht als Sport betreibt, kommt der Moment dem Fisch brutal den Schädel mit einem Totschläger bearbeitet. Danach muss man die Innereien entfernen und bereitet den vor wenigen Stunden noch zappelnden Fisch zu. Die Zeit die dafür benötigt wird und (wenn man nicht allzu sehr abgestumpft ist) die Empathie, die man empfindet wenn man einem anderen das Leben nimmt um sich zu ernähren, lassen einen das Mahl vor einem mit ganz anderen Augen sehen. Man teilt eine starke Verbindung.

Oder du kaufst dir schnell auf dem Heimweg einen McFish (oder wie das heißt) bei McDonalds.

 

… und der Sammler

Man kann das obige Beispiel einmal im Gedanken ausweiten. Wie wäre es, ein Schwein aufzuziehen, es zu füttern, den Stall auszumisten, etc. Es dann zu töten und zu schlachten um ein Kotelett auf dem Tisch zu haben? Ich schätze mich selbst so ein, dass ich am Ende, nach ein, zwei Jahren (wie lange wächst ein normales Schwein, außerhalb von Mastbetrieben?) es nicht mehr übers Herz bringen könnte.

Gut, dass es die Fleischauslage im Supermarkt gibt?

Ich esse gerne Fleisch. Aber nicht mehr unter diesen Bedingungen. Nicht zu dem Preis, von einer absolut industrialisierten Lebens-Verwertungsmaschine abhängig zu sein, die jedem Respekt gegenüber anderer Tiere entbehrt. Diese Maschine wird genährt von der immer größer werdenden Nachfrage nach schnellem, unkomplizierten Essen. Dabei verliert die Gesellschaft das Gespür für das, was sie isst.

Es ist nicht schwierig kein Fleisch zu essen. Der Großteil den man isst, besteht eh aus Pflanzen. Ich zumindest vermisse es nicht. Vielleicht probierst du es einfach einmal aus?

 

Ich möchte, wie gesagt, niemandem ein schlechtes Gewissen machen. Ich fordere nur dazu auf, einmal sich darüber klar zu werden, was man isst, in welchen Maßen man es ist und was eventuelle Folgen der eigene Konsum hat.

 

Ein paar Anregungen

Folgende (evtl. unvollständige) Liste an “Regeln” habe ich in meinen Alltag eingebracht ohne große Probleme zu haben. Besonders 1, 3 und 7 halte ich für besonders sinnvoll. Aber entscheide selbst:

  1. Essen selbst zubereiten (aka kein Junk-Food)
  2. Immer am Ess-/Küchentisch essen
  3. Nicht nebenbei essen (Fernseher aus, Buch zuschlagen, etc.), auf das Essen konzentrieren und den Geschmack genießen. Eine Ausnahme sind Gespräche am Tisch, die “Regel” sollte auf jeden Fall greifen wenn man alleine isst.
  4. Für sich selbst zu kochen lohnt sich!
  5. Fleisch ist eine Beilage! Zum Großteil Pflanzen essen.
  6. Nicht zu viel essen. Nimm dir Zeit, dein Körper braucht ein wenig um zu merken, dass er genug hat. Also nicht essen bis man kein Hunger mehr hat. Essen bis man grade so merkt, es ist genug, warten und evtl. noch einen kleinen Nachschlag nehmen.
  7. Hin und wieder die Regeln brechen.
  8. Aber dann nicht übertreiben.

 

Über Kommentare würde ich mich “tierisch” freuen. ;-)

 

Geschrieben von Philipp Bauer

12. April 2010 um 21:15

Veröffentlicht in Ernährung

Getaggt mit , , ,

5 Tipps für progressives Kochen

Hinterlasse einen Kommentar »

Was? Progressives Kochen? Jup, ist mir grade eingefallen als ich wieder mal für mich selbst kochen musste. Üblicherweise kram ich ein, natürlich leckeres, Gericht aus einem Kochbuch hervor, kaufe dafür ein und schwing dann Löffel und Pfanne. Wenn aber niemand da ist, dann kommt der Mr. Hyde der Küche aus mir hervor und keiner weiß was dann passieren kann!

Was soll also jetzt das “progressiv” vor dem Kochen?

 
 
 

Im Allgemeinen bedeutet progressiv so viel wie „stufenweise fortschreitend“ [...]
– Wikipedia

Als totaler Anfänger was das Kochen angeht versuche ich immer wieder leckeres, schmackhaftes, einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassendes Essen zu kreieren. Gute Rezepte kenn ich aber eher nur aus dem Kochbuch (oder von meiner Mutter ;-) ). Was also tun wenn man keinen Plan hat?

 

1. Wirf deine Rezepte aus dem Fenster

Kochbücher oder Rezepte aus dem Internet gehören nicht hierher. Also Weg damit! Beim progressiven Kochen geht es in erster Linie um Spontanität und um den Lern- und Spaßfaktor!

 

2. Geh hungrig zum Markt …

und nimm dir auf keinen Fall eine Einkaufsliste mit. Das gilt natürlich nicht, wenn du noch andere Sachen abgesehen von deinem Mittag- oder Abendessen — oder Frühstück für die Frühaufsteher unter uns — benötigst, man braucht ja nicht zwei Mal laufen. Kaufe das ein, was dir in’s Auge springt und habe dabei etwas im Hinterkopf, was satt macht (Getreideprodukte, Reis, Kartoffeln).

Kleiner Gesundheitstipp am Rande: Behandle Fleisch als Beilage oder lasse es ganz weg. Weniger Cholesterin und so. ;-)

 

3. Auspacken, Fertig, Los!

Pfanne und Töpfe aus dem Schrank, Messer gewetzt und Schneidebrett bereit, Gemüse schnippeln und passende Gewürze aus dem Regal (gerne auch frische Kräuter, lecker!), und alles ganz spontan zusammengemixt. Jetzt trennen sich die, die schon ein wenig Erfahrung haben und die mit weniger (moi). Gleich gibt’s entweder ein 3-Michelin-Sterne Schmaus oder Imbissbude-um-die-Ecke-Kost. Mit ein bisschen Löffelspitzengefühl wird’s aber nicht so schlimm wie man denkt.

Hier kommt der Knackpunkt:

 

4. Probiere immer etwas Neues aus

Du erinnerst dich? Progressiv = Fortschreitend! Man muss sich trauen auch mal total danebenzuhauen. Aber so lernt man definitiv welche Sachen zueinander passen. Wenn du weißt, dass deine Freunde dir schlechtes Essen verzeihen können, dann lade sie gerne ein. Wenn sie fragen was es gibt, dann spiel natürlich den/die Geheimnissvolle/n. Und ein, zwei Flaschen Rotwein machen jedes schlechte Essen wieder wett. (Achtung! Dieses “Spiel” nicht mitmachen, wenn du weißt, dass es progressives Essen bei Schwangeren gibt!)

 

5. Genießen

In Ruhe an den Tisch setzen. Und mit Ruhe meine ich, mach die Fenster zu damit du die Vögel nicht zwitschern hören kannst. Widme deinen Geschmacksnerven vollste Aufmerksamkeit und merke dir wie die verschiedenen Zutaten miteinander harmonieren oder nicht.

 

Ich hoffe es hat dir geschmeckt. Progressive Rezepte können gerne unten in den Kommentaren zusammengetragen werden. Vielleicht kann man mal das eine oder andere an seinen Gästen ausprobieren. >:-)

 

Geschrieben von Philipp Bauer

7. April 2010 um 20:35

Veröffentlicht in Ernährung

Getaggt mit , , , ,

Ein Weg Prokrastination zu überwinden

Hinterlasse einen Kommentar »

Einigen Aufgaben geht man immer wieder aus dem Weg und schiebt sie vor sich her. Oft sind es Aufgaben, die nicht gerne gemacht werden, aber es sind häufig auch genau die, die einen einen weiten Schritt zum persönlichen Glück weiterbringen würden. Die Wand von negativen Gefühlen die sie begleiten, lassen einen am liebsten vor ihnen weglaufen. Ich beleuchte, welche Ursachen dazu führen sie nicht in Angriff zu nehmen und wie man es schafft, trotzdem den ersten Schritt zu tun und dann seinen Weg zu gehen.

Der Hals zieht sich zusammen, der Bauch rebelliert und das Blut schießt durch die Arme. Dies sind Symptome, die auftreten, wenn man etwas Bedeutsames in Angriff nimmt. Eine Aufgabe, deren Erfüllung man sich mit dem ganzen Sein herbeiwünscht. Warum ist es so schwer den ersten Schritt zu tun und sein Ziel zu erfüllen?

Der innere Schweinehund, Lampenfieber oder auch schlichte Prüfungsangst sind ein paar der Erscheinungsformen in der sich die Angst manifestiert, die uns dabei behindert etwas Großartiges zu schaffen. Diese Angst setzt sich zum Beispiel aus der Angst zu versagen, Selbstzweifel und Scham zusammen. Sie lässt das Vetrauen in unsere eigenen Fähigkeiten zerkrümeln, wir suchen Gründe warum wir gerade jetzt nicht anfangen sollten eine Aufgabe anzugehen und wenn sie gewinnt, lenkt man sich ab, mit den vielen Dingen die uns die heutige Welt bietet. Man schreckt vor den schlechten Gefühlen weg und überlässt sich den schönen Dingen des Lebens.

Dieses Verhalten ist ein angelernter Schutzreflex, der vor Gefahren bewahren soll. Bei vielen Menschen, ich bilde dort auch keine Ausnahme, ist dieser Reflex jedoch unproportional einflussreich gegenüber den zu erwartenden Konsequenzen und hält uns nur noch vom Handeln ab.

Wie schafft man es, diese Ängste zu besiegen und Außergewöhnliches zu erreichen?

 

Erkenne deine Angst

Gib zu, Angst vor einer bestimmten Aufgabe zu haben und dass du ihr aus dem Weg gegangen bist. Jetzt vergebe dir dafür. Du bist selbst nur ein Mensch und nicht unfehlbar. Denke nun darüber nach welche Ängste genau dafür verantwortlich sind, dass du vor deiner Aufgabe fliehst. Schreibe sie dir eventuell auf. Oft sind es eine Vielzahl an Ängsten. Wut, Scham, Selbstzweifel …

 

Analysiere deine Angst

Welche dieser Ängste sind rational? Hier kannst du hoffentlich für die meisten (oder alle) deiner Ängste erkennen, dass sie irrational sind. Das heißt nicht, dass man sie links liegen lassen sollte. Aber sie sind meist ein Produkt eines fehlgeleiteten Bewertungssystems des Unterbewusstseins. Dieses System wird geprägt durch die Gesellschaft die einen umgibt und in der man aufgewachsen ist. Also Erwartungen und Verhaltensweisen (Vorgaben), die einem Eltern, Freunde, Schule, etc. aufzwängen. So hat zum Beispiel die Angst etwas falsch zu machen, etwas falsches zu sagen oder sich nicht den Erwartungen gemäß zu verhalten dazu geführt, dass eine Schranke im Großteil der Menschen aufgebaut wurde, lieber etwas nicht zu tun, als es zu versuchen und dabei einen Misserfolg zu erfahren.

Wie man dieses Verhalten ablegen kann werde ich im nächsten Schritt erklären, hier liegt die eigentliche “Magie” des Erfolges von Leuten die ihre Ängste ablegen konnten und etwas Großartiges geschafft haben.

Findet man nun doch eine Angst die rational erscheint, lässt sich diese – meiner Auffassung nach – meistens auf die allgemeine Angst vor dem Ende seiner eigenen Existenz zurückführen. Dies ist etwas was man für sich selbst evaluieren sollte, hier kann eine sehr große Diskussion entstehen und ich werde eventuell noch eine eigene Betrachtung zu diesem Thema veröffentlichen. Irrationale Ängste können sich unter Umständen jedoch auch als rationale Angst tarnen. In diesem Fall ist das Bewertungssystem so stark fehlgeleitet, dass es versucht sich selbst gegen das Erkennen seiner Fehler zu verteidigen. Solche Ängste als das zu erkennen was sie sind kann eine schwierige Aufgabe sein.

 

Forme deine Bewertungsschemata neu und besiege die Angst

Wie gerade gesagt sind die meisten irrationalen Ängste auf ein gestörtes Bewertungssystem zurückzuführen. Dieses System agiert im unbewussten Teil der Psyche. Es schreibt vor wie man sich in bestimmten Situationen verhält. Diese einzelnen Schemata kann man jedoch bewusst steuern und verändern. Dazu muss man sich selbst beobachten. Wie verhältst du dich in verschiedenen Situationen unbemerkt so, dass es sich negativ auf die Erfüllung deiner Ziele auswirkt? Ein Beispiel:

Ich selbst habe etwa in Situationen, in denen ich mit neuen Leuten in Kontakt kam zurückgezogen reagiert und war der letzte der mit Smalltalk angefangen hätte. Mir fehlte in solchen Situationen das Selbstvertrauen, ich dachte ich wäre nicht interessant genug und hätte nichts Gescheites zu sagen.

Wie habe ich es trotzdem geschafft dieses Verhalten zu ändern und viele, großartige, neue Leute dadurch kennengelernt? Sehr. Kleine. Schritte. Springe nicht gleich vom Boot in’s Meer. Gehe über die Treppe in’s Kinderschwimmbecken und zieh dir Schwimmflügel an. Damit meine ich Situationen, die dir noch gewisse Sicherheit geben und du dich noch wohlfühlst. Lasse dich zum Beispiel von einem Freund auf einer Party zuerst vorstellen und komme so in’s Gespräch mit den Anderen. Wenn du Erfahrung gesammelt hast nach einiger Zeit wie du in einer neuen, unbekannten Situation zurechtkommst, gehe einen Schritt weiter. Geh immer ein kleines Stückchen weiter in tieferes Wasser. Der Prozess sich auf diese Weise zu verändern kann, je nach Ausgangssytuation, sehr langwierig sein. Lass dich aber nicht von deinem Weg abbringen. Du wirst immer mehr Selbstvertrauen in dich finden, welches du bei anderen Aufgaben anwenden kannst.

 

Gehe deine Aufgabe erneut an

Nach einiger Zeit, wenn du erkannt und umgesetzt hast, dass die eigenen Grenzen weit über dem liegen was du zuvor dachtest, kannst du dich deinem Ziel wieder nähern. Die Angst davor deine Aufgabe anzugehen, sollte irgendwann einem gesunden Selbstvertrauen gewichen sein. Sei aber noch auf der Hut. Die Angst, die negativen Emotionen die man beim Gedanken an die Aufgabe bekommt, könnten noch ein letzten Versuch unternehmen dich in alte Muster zurückzulenken. Hier musst du einen eisernen Willen beweisen. Behalte immer im Kopf, dass es Wert ist, für das was du erreichen willst zu kämpfen und mache den Anfang mit all deiner Kraft und nutze deine neu gelernten Fähigkeiten. Wenn du die ersten Meter auf diesem Weg gegangen bist, wird es dir immer leichter fallen ihn zu gehen und ein andauerndes Hochgefühl wird sich einstellen. Ab diesem Punkt sind die Zweifel beseitigt und du genießt jeden noch so schwierigen Abschnitt des Weges, weil die Motivation das Ziel zu erreichen dich vorantreibt.

 

Noch ein Wort zum Abschluss. Dies ist kein fertiges “Rezept”, eher ein Denkanstoss wie du dich selbst weiterentwickeln kannst. Vielleicht musst du auch eine komplett andere Angehensweise entwickeln, die in deiner Situation funktioniert. Falls du schon selbst Erfahrung hierzu gesammelt hast, teile sie bitte in den Kommentaren.

Geschrieben von Philipp Bauer

5. April 2010 um 09:22

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.